FSE und das Unabhängige Governance Komitee der FIFA

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Angesichts der Resolution zur FIFA, die beim Europäischen Fankongress im Juli 2011 verabschiedet wurde und FIFA dazu aufruft, seine Organisationsstrukturen und Transparenz angesichts der Skandale der jüngsten Vergangenheit zu verbessern, fühlt sich Football Supporters Europe dazu verpflichtet, seine Mitgliedschaft hiermit über die aktuellen Aktivitäten zum Thema zu informieren:

Nach einem gemeinsamen Brief von FSE und unseren Mitgliedern Supporters Direct an FIFA im November 2011, wurde FSE letzte Woche vom FIFA Generalsekretär Jérôme Valcke und Mark Pieth vom Basle Institute on Governance zu Mitwirkung in einem Unabhängigen Governance Komitee (Independent Governance Committee - IGC) der FIFA eingeladen, das die Arbeit von vier internen Task Forces überwachen soll, die derzeit an Empfehlungen für eine Governance-Reform der FIFA arbeiten. Die letztlichen TeilnehmerInnen dieses IGC sollen vom FIFA-Exekutivkomitee bei ihrem Treffen in Tokio an diesem Wochenende bekannt gegeben werden.

Nach einer intensiven Beratungszeit und nach Auswertung aller uns zur Verfügung gestellter Informationen sind wir, als unabhängiger, demokratisch-organisierter Verein, für den Governance eine Herzensangelegenheit ist, zu dem Schluss gekommen, die Einladung zu diesem Komitee nicht anzunehmen und FSE hat FIFA darüber am Mittwoch informiert, hauptsächlich aus folgenden Gründen:

Die Governance-Strukturen und Qualität der Unabhängigkeit des IGC:

Es ist zu betonen, dass wir die Arbeit und das Expertenwissen von Herrn Pieth in diesem Bereich sehr schätzen und respektieren. Dennoch, während Herr Pieth sicherlich für die Arbeit dieses IGC eine zentrale Rolle spielen muss, meinen wir das ein Unabhängiges Governance Komitee nur dann wahrhaftig unabhängig sein kann, wenn sein Vorsitzender vom Komitee selbst zumindest ernannt oder demokratisch gewählt ist, und nicht von FIFA's Exekutivkomitee, welches selbst Gegenstand des Reformprozesses sein wird, den das IGC überwachen soll.

Der voraussichtliche Einfluss des IGC auf den Reformprozess:

Das IGC wird seine Ratschläge dem FIFA Exekutivkomittee im März 2012 vorlegen, nach nur drei eintägigen Treffen und wir glauben dass es für die IGC-Mitglieder in solch einem sehr begrenzten Zeitraum sehr schwierig sein wird, substanzielle Einsichten in und Einfluss auf die von den vier Task Forces geleistete Arbeit zu erlangen, oder auch Ermittlungen über die Vergangenheit anzustrengen, wo nötig. Wir glauben dass einem wichtigen Projekt, das substantielle Governance Reformen innerhalb der FIFA erreichen will, mehr Zeit eingeräumt werden sollte.

Der Mangel an Transparenz und zeitliche Abläufe des Einladungsprozesses für das IGC:

Während wir den Wunsch, ein IGC eher früher als später einzurichten, sehr begrüßt haben, so waren wir doch etwas verblüfft von der Zeitleiste für den Einladungsprozess für zukünftige Mitglieder des IGC: wir erhielten die Einladung erst Ende letzter Woche und wurden zunächst gebeten, innerhalb von nurmehr zwei Tagen einen Delegierten zu benennen. In Anbetracht unserer demokratischen und vor allem ehrenamtlichen Strukturen als Europa-weit tätiges Netzwerk war uns dies unmöglich. Wir bedanken uns jedoch bei den Mitgliedern des Baseler Instituts, die uns die größtmögliche Flexibilität und verlängerte Fristen im Rahmen ihrer Möglichkeiten eingeräumt haben. Natürlich macht es die Entscheidung für eine Teilnahme aber nicht gerade leichter, trotz entsprechender Nachfragen unsererseits die Namen der anderen Eingeladenen für das IGC nicht mitgeteilt bekommen zu können. Ein transparenterer Einladungsprozess hätte jedoch geholfen Vertrauen mit und unter potenziellen TeilnehmerInnen aufzubauen und diesen Wertschätzung als Team mit einer entscheidenden Rolle im kommenden Prozess entgegenzubringen.

Wir hoffen dennoch, dass das IGC und Herr Pieth mithilfe der vier FIFA Task Forces einen substanziellen Beitrag zu umfassenden Reformen innerhalb der FIFA leisten werden.

Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, wurde aber von allen am Beratungsprozess Beteiligten einstimmig getroffen.

Wir werden die weitere Arbeit des IGC mit großem Interesse verfolgen und möchten hiermit nochmals unsere Wertschätzung für die Einladung zum Ausdruck bringen und wünschen der FIFA, Herrn Pieth und seinen KollegInnen und dem IGC alles Gute für ihre Arbeit an den Reformen und vor allem tragfähige Ergebnisse.