Regelunkonforme Preisgestaltung von RB-Salzburg für Gästefans – Wir fordern eine Rückerstattung
59+1 € wurden von RB für eine Karte im Gästeblock unseres heutigen Europapokal-Auswärtsspiels aufgerufen, während die Eintrittskarten für die Anhänger der Heim-Mannschaft im Unterrang der Nord-Hintertorseite 30 € kosten, wird für den vergleichbaren auf der Süd-Hintertorseite im Unterrang gelegenen Gästeblock sage und schreibe das Doppelte verlangt.
Das Regelwerk der UEFA hält unmissverständlich fest, dass von Gästefans nicht mehr verlangt werden darf, als von Heimfans in einer vergleichbaren Kategorie ("the price of tickets for supporters of the visiting team must not exceed the price paid for tickets of a comparable category that are sold to supporters of the home team.").
Bereits bei den Auswärtsspielen beim RSC Anderlecht (22.11.2017) und AEK Athen (23.10.2018) wurde mit der Zugkraft des FC Bayern bzw. seiner Fans versucht, Kasse zu machen. Obwohl der Verstoß gegen die UEFA-Regularien offensichtlich war, mussten wir auch damals dem zu viel veranschlagten Teil des Eintrittskartenpreises hinterherlaufen, konnten aber mittels langem Atem erstmalig bewirken, dass die UEFA die entsprechenden Gastgeber zur Teil-Rückerstattung veranlasste.
Wir sind es leid, nach zwei Jahren Pandemie wieder bei Null anfangen zu müssen und uns immer wieder mit Selbstverständlichkeiten auseinandersetzen zu müssen, wenn eine faire Eintrittskartenpreisgestaltung unterlaufen wird.
Wir werden die UEFA auffordern, RB anzuweisen, den Bayern-Fans die zu viel veranschlagte Eintrittskartenbeträge zurückzuerstatten.
Stellungnahme zu Geisterspielen im Dezember 2021
Wenn am morgigen Mittwoch der Anpfiff zur Europapokalpartie des FC Bayern München gegen den FC Barcelona erfolgt, dann – nach Monaten der Teil- bzw. Vollauslastung – wieder vor leeren Rängen. Die Geisterspiele sind zurück. Lautstark dafür getrommelt und schlussendlich verordnet haben diese Ministerpräsident Markus Söder und sein Kabinett. Der gleiche Söder, der noch im September unmissverständlich kommunizierte: "Es wird keine Geisterspiele und keinen Lockdown mehr geben."
Wir finden es richtig, dass man angesichts extrem hoher Zahlen an Kranken und Toten reagieren will, aber es stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Nicht nur "die ZEIT" bezeichnete das Vorgehen bei den Geisterspielen als "inkonsistente Symbolpolitik".
Die bayerische Staatsregierung führt vor allem die Anfahrtswege in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion als Grund für die Einschränkungen an. Dabei verschweigt sie aber, dass für den Stadionbesuch in Bayern seit einigen Spieltagen die 2G+ Regel galt und somit nur geimpfte und genesene Personen mit zusätzlichem Test Zutritt erlangten. Damit ist die Ansteckungsgefahr auf den Fahrten zum und vom Stadion deutlich geringer als zum Beispiel im Berufsverkehr, für den nur 3G gilt. Selbst im Pandemie-Jahr 2020 haben immer noch mehr als eine Million Menschen die Verkehrsmittel der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), zu denen die S-Bahnen gar nicht mitzählen, genutzt – und das täglich. Währenddessen waren beim letzten Heimspiel des FC Bayern (gegen Bielefeld) nur mehr 12.000 Zuschauer zugegen, obwohl mehr Fans ins Stadion gedurft hätten. Und von diesen Fans dürfte ein nicht unerheblicher Anteil ohnehin mit dem Auto angereist sein.
Trotz der Gewissheit, dass nur ein verschwindend geringer Prozentsatz aller Infektionen im Freien stattfinden (laut einer groß angelegten irischen Studie sind dies nur 0,1 Prozent!), bleiben nun also wieder hunderte Quadratmeter Freifläche der Stadiontribünen Sperrgebiet. Da der Spielbetrieb nicht in Frage gestellt wird, ist die Konsequenz daraus, dass sich viele Fans in geschlossenen Räumen treffen werden, in welchen das Ansteckungsrisiko um ein Vielfaches höher ist als unter freiem Himmel wie in einem Fußballstadion. So wies der Aerosolexperte und frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Dr. Gerhard Scheuch erst kürzlich in einem Interview mit n-tv darauf hin, dass auch das unter Vollauslastung ausgetragene Derby in Berlin “zu keinem großen Cluster-Ereignis führen (wird), weil diese Aerosol-Wolke relativ schnell verdünnt wird”.
Von Geisterspielen hält er deswegen auch nichts: "Wenn ich Politiker wäre, würde ich alles dafür tun, um die Leute zu motivieren, ins Freie zu gehen. […] Also, raus an die frische Luft, auf Weihnachtsmärkte, ins Stadion, auch mal in den Park".
Zusammengefasst ist es für uns absolut unverständlich, warum ein Fußballspiel mit geimpften und getesteten Zuschauern ein nicht akzeptables Infektionsrisiko darstellen soll, während zum Beispiel in der bayerischen Staatsoper mit denselben Vorkehrungen (2G+, FFP2-Maskenpflicht am Platz) der Spielbetrieb im INNENRAUM mit 25% Auslastung weiterlaufen darf. Auch im regionalen bayrischen Eishockey sind in den geschlossenen Hallen Zuschauer erlaubt.
Wenn der Staatskanzlei nun einzufallen scheint, dass der Profifußball während der Pandemie einige Privilegien genoss, waren das sicher nicht wir aktiven Fans, die schon letztes Jahr mit Geisterspielen vorliebnehmen mussten. Will man einen Infektionsherd beim Fußball ausmachen, so waren dies in den letzten Wochen wohl eher die Umkleidekabinen. Da muss man gar nicht mal nur nach Sandhausen mit sagenhaften 18 Corona-Fällen schauen, auch wir hatten und haben ja leider einige Fälle im Kader.
Stuft man das dynamische Pandemiegeschehen und die aktuelle Situation auf den Intensivstationen als derart gravierend ein, dass man um tiefgreifende Einschränkungen nicht umhinkommt – und zu dem Schluss kann man durchaus gelangen – dann müsste man daraus konsequenterweise zwei Schlüsse ziehen: Lasst euch impfen! Und: folgt Helge Leonhardt, Präsident des Zweitligisten Erzgebirge Aue, der Ende November davon sprach, dass "wir einen Fußball-Lockdown bis Ende Dezember brauchen" und setzt den Spielbetrieb aus. Auch in der Regionalliga Bayern war dies offenbar möglich: hier wurden am Wochenende in Absprache mit dem Verband fast alle regulären Partien, aber auch Nachholspiele abgesagt.
Daher appellieren wir an die Staats- und Bundesregierung sowie die Verbände, einheitliche, faire und sinnvolle Regelungen für alle Sportarten und Kulturveranstaltungen zu schaffen und auf reine Symbolpolitik zu verzichten.
Euer Club Nr. 12
Mitgliederversammlung 2021
Auf geht’s Ihr Bayern, kommt zur Mitgliederversammlung!
Vielleicht haben nicht alle die E-Mail im eigenen Postfach bemerkt und dann auch noch die Ankündigung im 51er überlesen. Die Jahreshauptversammlung steht an und mit ihr einige wichtige Entscheidungen.
Beim Antrag zur Satzungsänderung geht es unter anderem darum, ob Mitgliederversammlungen künftig überhaupt noch in Präsenz stattfinden müssen oder ob wir uns statt in der Rudi-Sedlmayer-Halle zukünftig vielleicht nur noch digital vor dem heimischen Bildschirm treffen. Ein weiter Antrag zur Satzung schlägt vor, dass der FC Bayern München e.V. stets mindestens 75% an der AG halten muss. Im Gegensatz zu den bisher festgeschriebenen 70% würde der FC Bayern e.V. beim Verkauf der maximal erlaubten Menge an Anteilen dann weiter ohne Einmischung von Investoren einige grundlegende Entscheidungen treffen können.
Und wer die Medien etwas verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass auch zum Sponsoring durch Qatar Airways ein Antrag einging. Ein Thema zu dem wohl fast jede und jeder eine Meinung hat.
Selten zuvor in den letzten Jahren hatten wir Mitglieder die Möglichkeit zu solch gewichtigen Fragen der Kultur und Außenwahrnehmung unseres Vereins abzustimmen.
25.11.2021, Rudi-Sedlmayer-Halle (AudiDome), kein Einlass nach 19 Uhr
Entscheidet mit über die Zukunft beim FC Bayern.
FC Bayern – Unser Verein!
Não ao cartão do adepto
Im Rahmen des Spiels Benfica Lissabon – FC Bayern München wurde heute von der Südkurve ein Spruchband mit der Aufschrift
NÃO AO CARTÃO DO ADEPTO
präsentiert.
Nachdem die Freiheiten der portugiesischen Fußballfans bereits in den letzten Jahren durch neu eingeführte Sport-Gesetzgebung massiv eingeschränkt wurden, ist während der Corona-Pandemie, als die Fußballfans auch in Portugal vom Fußball ausgeschlossen blieben, eine weitere drastische Verschärfung vorgenommen worden. Jeder Fan, der eine Karte in der Fankurve oder im Auswärtsblock (sogenannte zonas com condições especiais de acesso e permanência) kaufen will, muss im Besitz einer Fan-ID-Card, der cartão do adepto, sein.
Sie kostet 20 Euro und erfordert eine behördliche Registrierung. Dabei müssen folgende Daten abgegeben werden: vollständiger Name, Wohnsitz, Passnummer, Geburtsdatum, Steuernummer, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Vereinszugehörigkeit. Datenschutz, Freiheiten und durch die Verfassung geschützte Persönlichkeitsrechte, sind am Stadioneingang abzugeben. Zumindest, wenn man in die Fankurve oder den Auswärtsblock will. Andere Bereiche, wie z.B. der VIP-Bereich, fallen beispielsweise nicht unter die Verpflichtung einer Fan-ID-Card.
Darüber hinaus zeigen die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern, wie z.B. in Italien, dass der nun auch in Portugal eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führt. Auch für Fußballfans müssen Rechte gelten. Wir lehnen die Fan-ID-Card gänzlich ab und fordern die ersatzlose Abschaffung dieser.